Zur Zeit stehen die prächtigen Linden in voller Blüte. Das freut nicht nur die Bienen, die zahlreich die Blüten der Linde aufsuchen. Lindenblüten-Tee-Fans sammeln sich jetzt am besten einen Vorrat der duftenden Blüten und trocknen sie. In der Volksheilkunde wird der Tee unter anderem bei Erkältungen, Schnupfen, Husten und Bronchitis angewandt und soll fiebersenkend, schleimlösend, krampflösend, leicht harntreibend und schweißtreibend sein.

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Die Linde bereichert aber nicht nur unsere Hausapotheke. Sie hat auch kulinarisch viel zu bieten. Ihre jungen, hellen Blätter können bis Juni roh zu Salaten und anderen Speisen gegeben werden oder gekocht als Gemüse verarbeitet werden. Zum aromatisieren von Zucker, Süßspeisen oder für Sirup werden die Blüten verwendet. Wie alle Blüten enthalten sie die meisten Aromen, wenn sie um die Mittagszeit gepflückt werden.

Das homogene, helle Holz der Linde eignet sich wunderbar zum Schnitzen. Auch der weiche Bast (Schicht unter der harten Borke) wurde früher genutzt, um aus seinen Fasern z.B. Seile und Textilien herzustellen.

Der Weg bis zur nächsten Linde in deiner Nähe ist sicherlich nicht lang. In Mitteleuropa stand sie früher nicht nur in fast jedem Ort an zentraler Stelle – meist dem Dorfplatz – sie spielte auch im Leben der Menschen eine zentrale Rolle. Sie sollte den Brunnen schützen, unter ihr wurde Recht gesprochen, geheiratet oder auch einfach gefeiert und getanzt.
Man schätzt, dass eine Linde bis zu 1000 Jahre alt werden kannt. Nur zu schade, dass die Bäume uns nicht berichten können, was sich unter ihren stattlichen Blätterkronen alles zugetragen hat …

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Der Artikel ist auch in französischer Sprache verfügbar.